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WORKSHOP: BEWUSSTSEIN BEI TIEREN

EINLADUNG zum Workshop: Bewusstsein bei Tieren

Das "Institut für Ethik und Wissenschaft" der Fakultät für Philosophie an der Uni Wien veranstaltet gemeinsam mit dem "Institut für Tierschutz- & Veterinärrecht" der Veterinärmedizinischen Universität Wien einen hochinteressanten Workshop rund um das Thema "Bewusstsein bei Tieren", eine Frage, der in der ethischen und rechtsphilosophischen Debatte rund um Tierrechte eine ganz zentrale Bedeutung zukommt, da GegnerInnen von Tierschutz und Tierrechten nach wie vor häufig argumentieren, dass Tiere Lebewesen ohne (Selbst)bewußtsein seien und sie deshalb nach grundlegend anderen ethischen Massstäben zu bewerten und behandeln seien als Menschen.

Besondere theoretische oder philosophische Vorkenntnisse sind nicht erforderlich, alle an der Thematik Interessierten sind willkommen.

Eine unverbindliche Anmeldung (nicht unbedingt erforderlich)

Datum: Donnerstag, 13. April 2006, 10.00 –19.00
Ort: 1010 Wien, Universitätsstraße 7 (NIG), Stock 3

Moderation:

  • Mag. E. LENGAUER, Uni Wien
  • Prof. Dr. L. HUBER, Uni Wien
  • DDr. R. BINDER, Vet.Uni Wien
  • DDr. M. BALLUCH, VGT

Programm

ERÖFFNUNG

  • Dekan Univ. Prof. Dr. P. KAMPITS

EINLEITUNG: Warum geht es in der Frage nach dem Geist der Tiere?

  • Dr. M. WILD, Universität Berlin, Institut für Philosophie

BLOCK 1: Haben Tiere Begriffe?

  • GLOCK „Tiere, Gedanken und Begriffe“
    GLOCK argumentiert für eine (Wittgensteinianische) Position zwischen denjenigen, die Tieren Geist ab- und denjenigen, die ihnen Geist zusprechen.
  • ALLEN: „Eine neue Betrachtung der Tierbegriffe“
    ALLEN entwickelt einen einfachen, aber gehaltvollen Begriff des Begriffs, der auf Tiere anwendbar ist.

BLOCK 2: Repräsentationalistische Ansätze

  • PROUST: „Das intentionale Tier“
    Vor einem naturalistischen Hintergrund unterscheidet PROUST verschiedene Stufen der Intentionalität und versucht festzulegen, ab wann von „Gedanken“ („Repräsentation“) gesprochen werden kann. Sie bestreitet jedoch, dass Tiere Gedanken über Gedanken anderer Tiere haben können.
  • DRETSKE: „Minimale Rationalität“
    Vor dem Hintergrund ihrer naturalistischen Ansätze wird argumentiert, dass man Tieren Gedanken zusprechen kann, die ihr Verhalten lenken.
  • STERELNY: „Primatenwelten“
    Differenzierte philosophische Reflektion zu einem derzeit intensiv diskutierten Thema: Haben Schimpansen ein Wissen von den geistigen Zuständen (z. B. Absichten) anderer? Kurz: Haben sie Gedanken über Gedanken? STERELNY geht zahlreiche Versuche in der Schimpansenforschung zu diesem Thema durch.

BLOCK 3: Mensch-Tier-Unterschiede in evolutionärer Perspektive

  • ALLEN & SAIDEL: „Die Evolution der Referenz“
    Es geht darum, anhand eines berühmten Beispiels von erlernten Alarmrufen bei Vervetaffen (oder Meerkatzen) zu zeigen, wo eine grundlegende Funktion der Sprache ihren evolutionären Ursprung hat, nämlich die Referenz (Bezugnahme auf Objekte).
  • PAPINEAU: „Die Evolution des Zweck-Mittel-Denkens“
    PAPINEAU versucht eine Bedeutung von Zweck-Mittel-Denken festzulegen, die es nur bei Menschen geben kann. Diese zunächst erstaunliche These (Tiere sollen nicht instrumentell ihre Verhalten lenken?) wird ausführlich differenziert, gegen zahlreiche Einwände verteidigt. In diesen umgangreichen Text fließt viel Material ein.

BLOCK 4: Bewusstsein bei Tieren – methodologische Probleme

  • DENNETT: „Das Bewusstsein der Tiere: Was ist wichtig und warum?“
  • RADNER: „Heterophänomenologie: Wie wir etwas über Vögel und Bienen lernen“
    Vorschläge, wie man etwas über das phänomenale Bewusstsein bei Tieren herausfinden kann. Für DENNETT gibt es da aber nicht viel herauszufinden, für RADNER schon. Stichwort: What it is like to be ... eine Fledermaus, eine Biene, ein Geier, ein Wal usw.
 

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