Zeisige, Rotkehlchen, Meisen und Amseln: dutzende
Singvögel wurden von Vogelfängern im Burgenland
gefangen
Was im Osten Österreichs in den Medien als
grausame Tierquälerei angeprangert wird, wird
wenige hundert Kilometer weiter westlich als
schützenswertes Brauchtum gefeiert und auch
von allen zuständigen PolitikerInnen als unantastbares
Gut angesehen.
Der konkrete Fall
Letzte Woche wurden im Burgenland Jugendliche
erwischt, die dutzende Singvögel ihrer Freiheit
beraubt hatten. Die Vorgangsweise war der der
offiziellen Singvogelfänger sehr ähnlich. Angelockt
wurden die Vögel mit Futter. Sobald sie sich
niedergelassen hatten, zogen die Burschen an
einer Schnur und schon waren die Vögel in der
Falle. Diesen Jugendlichen drohen nun Geldstrafen
in der Höhe von bis zu 3600 Euro.
Tierschutz ist Bundessache
Das wurde 2004 einstimmig vom Parlament beschlossen,
um die Ungleichbehandlung von Tierquälerei in
den verschiedenen Ländern zu beenden. Tierquälerei
ist Tierquälerei und Punkt. Jedenfalls seit
2005 in ganz Österreich – sollte man meinen.
Nur der Vollzug dieser einheitlichen Gesetze
bleibt Landessache. Und da können die vollziehenden
Landesregierungen eben die Gesetze anders interpretieren
und damit auch anders vollziehen, wurde uns
vom Tierschutzministerium erklärt. So kommts,
dass die gleichen Vogelfänger im Burgenland,
in NÖ und in Kärnten wegen Tierquälerei verurteilt
werden, aber im oö Salzkammergut weiterhin ungehindert
ihr Unwesen treiben können.
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