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Weltweites
Gedenken der zahllosen Opfer der Tierversuchsindustrie
Am
Samstag, den 24. April 2010, wird im
Rahmen des Weltversuchstiertages wieder
einmal an das traurige Schicksal jener
Tiere erinnert, die hinter den verschlossenen
Türen der Tierversuchslabore ihr trostloses
Dasein fristen und bis zu ihrem Tod
unangenehme
und teils äußerst qualvolle Experimente
über sich ergehen lassen müssen.
Laut einer amtlichen Statistik stirbt in Österreich alle zwei bis drei Minuten
ein Versuchstier, 2008 waren es offiziell
220.456 Tiere, damit ist die Zahl der
2008 verbrauchten Tiere gegenüber 2007
um beträchtliche 11 % angestiegen. Die
amtliche Tierversuchsstatistik für das
Jahr 2009 steht noch aus.
In Deutschland sind es rund zwei Millionen
Tiere pro Jahr, die verwendet werden
– Tendenz steigend.
Aber
diese Zahlen entsprechen nicht der ganzen
Wahrheit, denn immerhin gelten Eingriffe
an Tieren, die nach der persönlichen,
sehr subjektiven Einschätzung des jeweiligen
Tierexperimentators für das Tier nicht
leid- und qualvoll sind, gemäß der österreichischen
Gesetzeslage nicht einmal als Tierversuche.
Sie müssen weder genehmigt noch gemeldet
werden und unterliegen somit keinerlei
Kontrolle, auch nicht irgendeiner statistischen
Erfassung – ein untragbarer Zustand,
der durch Einführung neuer Definitionen,
Melde- und Erhebungspflichten so bald
wie möglich behoben werden sollte.
Das
Tierversuchsgesetz stammt aus dem Jahr
1988, ist also über 20 Jahre alt!
Der
VEREIN GEGEN TIERFABRIKEN kritisiert
schon seit Jahren, dass das aus dem Jahr
1988 stammende Gesetz völlig veraltet
ist und viele Versuche an Tieren nicht
regelt.
Auch
Versuche, bei denen die Tiere vor der
Durchführung getötet werden oder während
des Experiments narkotisiert sind und
sterben, gelten nicht als Tierversuche
und sind weder genehmigungspflichtig,
noch tauchen sie in der Tierversuchsstatistik
auf.
Die
vom Tierversuchsgesetz vorgesehenen Kontrollkommissionen
dürfen nur Empfehlungen abgeben, aber
keine unnötigen oder unethischen Versuche
verbieten. Es werden immer wieder Versuche
bekannt, die gegen die Empfehlung der
Kommission vom Ministerium bewilligt
und dann von den ExperimentatorInnen
durchgeführt werden.
Ein
aktuelles Beispiel, wo der Kontrollmechanismus
Kommissionen versagt hat, ist der berühmt-berüchtigte
Schweinelawinenversuch, bei dem Schweine
im Tiroler Ort Sölden zunächst narkotisiert
bei lebendigem Leib im Schnee vergraben
und langsam erstickt werden sollten.
Die Präsidentin des Wr. Tierschutzvereins
Madeleine Petrovic, die in der §13 Tierversuchs-Kommisssion
sitzt, beschwerte sich bitterlich, über
die grausamen Erstickungs-Experimente
an den Schweinen in besagter Kommission
nicht informiert worden zu sein.
Zudem
bestehen die Kommissionen zu einem erheblichen
Teil selbst aus TierexperimentatorInnen,
die als objektive, die Interessen der
betroffenen Versuchstiere vertretende
Kontrollinstanz wohl kaum wirklich ernst
genommen werden können.
Und
die durch das neue Bundestierschutzgesetz
geschaffenen Tierschutzombudschaften
können sich nicht für die Interessen
der Versuchstiere einsetzen, weil Tierversuche
aus dem Tierschutzgesetz ausgenommen
sind.
Damit
stehen eine völlig unzureichende Gesetzgebung,
ein zahnloses Kontrollgremium und der
mehr als fragwürdige Tierversuchsgenehmigungprozess
in einem völligen Widerspruch zu dem
tierschutzethischen Anspruch der österreichischen
und europäischen Bevölkerung, die gerade
im Bereich Tierversuche mehr Transparenz,
Kontrolle, und Tierschutz erwartet.
Wie
eine fundierte, umfangreiche Online-BürgerInnenumfrage
der Europäischen Union von 2006 eindeutig
ergab, sehen Europas BürgerInnen gerade
im Bereich der Tierversuche dringenden
Handlungsbedarf.
Am
Weltversuchstiertag sollen Regierungen
und verantwortliche Stellen daran erinnert
werden, dass es nicht nur ein Gebot der
modernen Ethik, sondern auch eine Frage
von grundlegendem demokratischen Anspruch
ist, im Bereich der Tierversuche endlich
ernst zu nehmende Reformen in die Wege
zu leiten. Europas BürgerInnen erwarten
dies, den leidgeprüften betroffenen Tieren
sind wir es schuldig.
Der
VEREIN GEGEN TIERFABRIKEN wiederholt
anlässlich des Weltversuchstiertages
seine Forderung,dass das Tierversuchsgesetz
dringend grundlegend revidiert und die
Ethikkommissionen effektiv umstrukturiert
werden sollten.
Als
nächstliegendes Etappenziel sollte nach
dem Einführen des Menschenaffenversuchsverbotes
2006 dieses auf alle anderen Affen bzw.
Primaten ausgeweitet werden.
Langfristiges
Ziel aber sollte die vollständige Ersetzung
von tierquälerischen und tierschädigenden
Versuchen durch Ersatz- und Alternativmethoden
wie In-Vitro-Tests und Computersimulationsmodelle
respektive Experimente an schmerz- und
bewusstseinsfreier Materie sein, da es
ethisch nicht zu rechtfertigen ist, leidensfähige
Lebewesen gegen deren Willen grausamen
Torturen zu unterziehen.
Der
Internationale Tag des Versuchstieres
wird seit 1962 begangen und geht auf
den Geburtstag von Lord Hugh Dowding zurück, der sich im Britischen Oberhaus
engagiert für den Tierschutz einsetzte.
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