|
Eine Gruppe von 100 JägerInnen und TreiberInnen wurde von 40 AktivistInnen mit
Regenschirmen an der Treibjagd auf Zuchtfasane
gehindert – Regenschirm durchschossen
Die
Störung von Treibjagden, historisch auch
Jagdsabotage genannt, ist eine der konfrontativsten
Formen zivilen Ungehorsams. Gerade deshalb
wurde diese Aktivität im Tierschutzprozess
intensiv genutzt, um die Existenz einer
kriminellen Organisation herbeizureden.
Dabei ist eine Jagdsabotage eine seitens
der AktivistInnen völlig friedliche und
sogar legale Aktionsform. Die TierschützerInnen
gehen zu den JägerInnen einer Treibjagd,
sprechen mit ihnen und versuchen ihnen
mittels Regenschirm die Sicht auf ihre
Opfer zu nehmen. Die JägerInnen auf der
anderen Seite, selbst ja mit tödlichen
Waffen bewaffnet, reagieren meistens
sehr ungehalten, oft auch mit Aggression
und Gewalt. Nachdem 1991 ein Aktivist
im Waldviertel bei so einer Aktion sogar
angeschossen worden ist, tragen alle
AktivistInnen heutzutage Warnjacken,
um deutlich sichtbar zu sein.
Heuer
gab es bereits 5 erfolgreiche Störungen
von herbstlichen Treibjagden in Österreich
Bei
der vorletzten dieser Aktionen trafen
40 AktivistInnen auf 100 JägerInnen
und TreiberInnen, die den Tag mit dem
massenhaften
Abschuss von Zuchtfasanen, Rebhühnern
und Feldhasen verbringen wollten. Bei
derartig vielen JägerInnen und mehr
als 7000 in der Gegend ausgesetzten Zuchtfasanen
war mit dem Tod von vielen Tausend
Opfern
zu rechnen. Doch durch die beherzte
Präsenz der TierschützerInnen blieb das
Massaker
aus. Lediglich 23 Fasane, 2 Rebhühner,
1 Eichelhäher und 1 Feldhase waren
am Ende des Tages die Opfer.
Allerdings
lief die Aktion nicht ganz ohne Gewalt
seitens der Jägerschaft ab
Einer
Aktivistin wurde durch den Regenschirm
geschossen,
während sie ihn in der Hand hielt.
Andere AktivistInnen wurden aggressiv
herumgestoßen
und bedroht. Dennoch blieben die 40
TierschützerInnen hartnäckig bis zum
Ende des Tages in
der Nähe der JägerInnen. Daran konnte
auch die Anwesenheit von 2 Polizeiautos
nichts ändern. Die BeamtInnen wollten
zwar unbedingt die Identität der AktivistInnen
feststellen, als das aber misslang
begnügten sie sich damit, durch ihre
Anwesenheit
Gewaltausbrüche seitens der JägerInnen
zu verhindern.
|