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Wien, am 26.06.2017

Tiere sind keine Souvenirs

Die Urlaubszeit hat begonnen! Oftmals geht die lang ersehnte Reise in ferne Länder, da möchte man natürlich ungewöhnliche Dinge erleben und ganz spezielle Souvenirs mitnehmen. Doch Vorsicht: nicht selten tappt man dabei in eine Falle und unterstützt Tierquälerei.

Souvenirs

- Import von Tierprodukten

Im Urlaubsland locken viele HändlerInnen mit besonders schönen Muscheln, Schnecken, Korallen, Schwämmen, getrockneten Seepferdchen, Seesternen oder Seeigeln als auch mit Produkten aus exotischem Leder oder Elfenbein. Nicht nur, dass Tiere dafür gefangen und getötet wurden, zusätzlich trägt man mit dem Kauf solcher Tierprodukte zur Ausrottung (geschützter) Arten bei. Abgesehen von dem Tierleid, welches durch den Kauf dieser Produkte zustande kommt, ist auch der Import streng geregelt. Wird man am Zoll erwischt, kommt es zur Beschlagnahmung und im schlimmsten Fall droht eine hohe Geld- oder eine Freiheitsstrafe. Nähere Informationen zu den Einfuhrregelungen findet man im Washingtoner Artenschutzübereinkommen CITES.

- Import von lebenden Tieren

Wildtiere werden oft von ominösen HändlerInnen an gutgläubige TouristInnen verkauft. Die Tiere werden unter schlechten Bedingungen gehalten und erregen Mitleid. Viele kaufen dann die Tiere frei, doch das ist ein großer Fehler! Denn dieser ,,spontane Tierschutzgedanke" fördert nur die TierhändlerInnen und erzeugt noch mehr Nachfrage.

Genauso wie exotische Tierprodukte sind auch lebende Wildtiere kein Souvenir! Ganz gleich, ob es sich um Reptilien, Amphibien oder Fische handelt; exotische Wildtiere sind an die klimatischen Gegebenheiten ihres Heimatlandes angepasst und leiden enorm unter den Veränderungen und einem Leben in Gefangenschaft.

Tipp: Recherchieren Sie Tierschutzorganisationen in Ihrem Urlaubsland, sobald Sie auf Tierleid aufmerksam werden und informieren Sie sie über die beobachteten Missstände!

- ,,Rettung" von Streunerhunden und -katzen

In vielen Urlaubsländern wird das Straßenbild häufig von abgemagerten, streunenden Hunden und Katzen geprägt. Ein Blick in die traurigen Tieraugen verleitet nur zu sehr dazu, die Tiere zu füttern. Leider führt diese zwar gut gemeinte, aber falsche Tierliebe dazu, dass streunende Tiere sich von der Nahrungsquelle der TouristInnen abhängig machen und nach der Urlaubssaison verhungern.

Auch die Mitnahme streunender Tiere aus dem Urlaub sollte wohlüberlegt sein. Zum einen kann es auch hier zu Problemen am Zoll kommen, zum anderen unterschätzen viele Menschen den finanziellen und zeitlichen Aufwand, der mit der Haltung eines Tieres verbunden ist. Leider enden nur allzu oft ,,gerettete" Tiere wieder im Tierheim.

Tipp: Eine bessere Alternative dazu ist an Tierschutzorganisationen des Urlaubslandes zu spenden, damit diese direkt vor Ort helfen können!

Essen

- ,,Traditionelle" Speisen und lokale ,,Delikatessen"

Bei vielen UrlauberInnen erwecken ausgefallene kulinarische Delikatessen Neugier, doch manchmal ist es besser, nicht alles zu probieren, denn viele Gerichte widersprechen dem Tier- und Artenschutz. So werden zum Beispiel Hummer oder Schnecken bei lebendigem Leib gekocht. Haien wird für die berühmte Haifischflossensuppe die Rückenflosse abgesägt. Der Hai wird danach zurück ins Meer geworfen, wo er elendig verblutet und erstickt. In vielen Ländern wird zudem immer noch brutaler Walfang betrieben, das Walfleisch wird dann in TouristInnen-Restaurants angeboten. In asiatischen Ländern werden Schildkröten bei vollem Bewusstsein die Flossen durchbohrt, um sie dann auf Bambusstangen auf Märkten aufzuhängen. Die Liste dieser gruseligen ,,Delikatessen" könnte man noch lange fortführen...

Freizeit

- Fotos mit Wildtieren

In vielen Ländern sind Urlaubsfotos mit Raubtieren wie Leoparden oder auch Menschenaffen wie Orang Utans sehr beliebt. Auch in diesem Fall wird der Urlaubsspaß auf dem Rücken der Tiere ausgetragen. Sie werden meist illegal wild gefangen und unter Drogen gesetzt, um auf dem Foto ruhig zu posieren.

- Elefanten-, Kamel-, Esel- und Ponyritte

Das Reiten auf Tieren zählt zu den klassischen TouristInnenattraktionen und ist vor allem auch bei Kindern sehr beliebt. Jedoch werden die Reittiere oftmals nicht artgerecht gehalten, müssen stundenlang bei großer Hitze ausharren und bekommen in vielen Fällen nicht genug Trinkwasser. Durch die vielen TouristInnen sind sie zusätzlich ständigem Stress ausgesetzt.

Besonders das Reiten auf Elefanten bereitet den einfühlsamen Tieren schlimme Qualen. In Thailand gibt es nur mehr um die 1500 frei lebende Elefanten. Hingegen fristen ungefähr 2500 ein Leben in Gefangenschaft als Unterhaltung für TouristInnen. Den wild gefangenen Elefanten wird durch brutale ,,Trainings" der Wille gebrochen, um sie gefügig zu machen.

- Pferdekutschenfahrten

Bei TouristInnen sind romantische Pferdekutschen- bzw. Fiakerfahrten sehr beliebt. Doch Vorsicht, der Schein trügt! Pferde sind von Natur aus Fluchttiere und durch den Straßenlärm und die Menschenmassen in der Großstadt stark überfordert. Zudem sind Arbeitszeiten von über 10 Stunden am Tag bei großer Hitze (über 30°C) keine Seltenheit. Mehr Informationen zur Problematik der Fiaker gibt es unter folgendem Link.

- Besuch von Delfinarien und Zoos

Auch wenn es aussieht, als würden Delfine immer lächeln, ist diesen Tieren in Gefangenschaft sicher nicht zum Lachen zumute. Bei Delfinen handelt es sich ebenfalls um Säugetiere, die bei blutigen Treibjagden gefangen werden. Die schönsten Tiere werden an Delfinarien verkauft, alle anderen getötet. Die Wildtiere leiden enorm in Gefangenschaft unter der unnatürlichen Umgebung, dem kleinen Becken und der Armut an stimulierenden Sinneseindrücken. Zudem müssen sie unnatürliche Kunststücke vollführen und tagtäglich für Schwimmprogramme mit TouristInnen bereitstehen. Weitere Informationen zur Delfinjagd sind im folgenden Artikel zu finden.

- Tierkämpfe

Eine weitere klassische Attraktion sind Tierkämpfe; besonders beliebt sind die traditionellen Stierkämpfe in Spanien und Portugal. Gewaltsam werden die Tiere schon vor der Show gereizt, um sie besonders aggressiv zu machen. Zu Ende des Spektakels wird das Tier dann qualvoll getötet.