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Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (10.05.2017)

Wien, am 10.05.2017

Der Fleischwahnsinn

Ständige Fleischwerbung der Supermärkte beeinflusst Menschen und verursacht Massentierhaltung

"Früher" war es anders: Fleisch wurde von der Allgemeinheit selten gegessen, kam oft nur am Sonntag auf den Tisch. Es wurde direkt bei den Bauern, oder in Fleischhauereien/Metzgereien verkauft. Dann kamen die Supermärkte und mit ihnen die Idee, die gesamte Bandbreite an Lebensmitteln in einem Geschäft zu verkaufen - und das möglichst billig. Die Produkte sollen in großen Mengen hergestellt werden, was den Preis drückt. Nachteil: das Sterben der Kleinbetriebe und Verschwinden der Individualität.

Die Macht der LebensmittelhändlerInnen

Im Prinzip gibt es in Österreich drei große Handelskonzerne: REWE, SPAR und HOFER. Zu REWE gehören BILLA, MERKUR, ADEG (sowie Sutterlüty als Handelspartner in Vorarlberg) und andere, SPAR hat den INTERSPAR, EUROSPAR und SPAR-Filialen. Sie kämpfen - im wahrsten Sinne des Wortes - um Marktanteile. Und sind irrsinnig stolz, wenn dieser erhöht wird, was natürlich zu Lasten der anderen Märkte geht. So werden liefernde Betriebe oftmals unter Druck gesetzt, möglichst billig zu liefern, die Lieferbedingungen sind oftmals fragwürdig.

Tierquälerei wird in Kauf genommen

Seit Jahren schon sind MitarbeiterInnen des VGT mit VertreterInnen der Handelsketten im Gespräch. Es wird auf die verschiedenen Problembereiche aufmerksam gemacht, auf die fürchterliche Tierhaltung, die grausamen Vorgänge in den Schlachthöfen. Zu hören bekommt man, dass man da leider nichts machen könne, weil man nur so einen geringen Einfluss hätte.

Billig-Fleischwerbung ohne Ende

In keinem Prospekt dürfen sie fehlen, die Billig-Fleisch-Angebote der Supermärkte: - 25 %, -33 %, manchmal sogar - 55 %. Es ist eine Preisschlacht, die die Menschen in die Geschäfte locken soll. Dort kaufen sie dann Fleisch, das völlig unter dem "Normalpreis" angeboten wird. Das große Geschäft machen die Märkte dann mit Produkten, die teurer als notwendig verkauft werden. Die KonsumentInnen werden also ständig auf den Billig-Kauf-Wahn getrimmt und kaufen so Fleisch aus tierquälerischer Massentierhaltung. Dann wiederum berufen sich die Supermärkte auf die KundInnen, die ja zum billigen Fleisch greifen, anstatt auf Fleisch von Tieren aus verbesserten Haltungsbedingungen. Kein Wunder: bei diesem ständigen „brain-wash" und der meist dümmlichen Werbemaschinerie der millionenschweren Konzerne, lassen sich leider viele Menschen darauf ein und greifen dort hin, wohin sie getrieben werden.

Der Hausverstand sagt...

Was sagt uns unser Hausverstand eigentlich? Die Werbeschiene von BILLA ist ganz nett. Aber weiter gedacht müsste sie auch lauten: Mein BILLA-Hausverstand sagt: Möchte ich kein Tierleid haben, darf ich kein Tierleid verkaufen. Oder - als Kunde/Kundin - kaufen. Stattdessen gibt es Ausreden ohne Ende, nämlich: die KundInnen wollen das so gerne, die Konkurrenz macht es genauso. Also: Tierquälerei bleibt bestehen.

Leuchtturmprojekte

Da hilft es nicht viel, wenn die Supermärkte dann einzelne Projekte vorschieben und ein „green-washing“ betreiben. Ja!Natürlich ist ein tolles Projekt, aber der größte Fleisch-Umsatz bei REWE wird vom Tierleid-Label "Hofstädter" gemacht. FairHof ist eine große Hoffnung, aber im Moment werden Unmengen an Fleisch aus konventioneller tierquälerischer Haltung bei HOFER verkauft. SPAR startet immer wieder halbherzig neue Projekte, die kaum beworben werden und dann heißt es: "Es gab kein KundInneninteresse". Man darf sich also nicht täuschen lassen: den Konzernen geht es um Marktanteile und Umsatz. Green-washing kommt gut an, daneben kann unbemerkt die gesetzlich abgesegnete Tierquälerei vermarktet werden.

Öffentlichkeitsarbeit des VGT

TierschützerInnen weisen seit Jahren auf das Tierleid hin, das durch den Billig-Fleisch-Wahn der Supermärkte verursacht wird. Der öffentliche Druck auf die Supermärkte muss verstärkt werden und die KundInnen müssen die Information annehmen, die ihnen geboten wird und handeln: denn wer Fleisch aus Billigstproduktion kauft, darf sich nicht wundern, wenn das Fleisch von fürchterlich gehaltenen und geschlachteten Tieren darin steckt.