TIERSCHUTZ-THEMEN TIERTRANSPORTE FAKTEN
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Fakten

Von allen europäischen Tiertransporten gehen 73% auf das Konto des Fernverkehrs. 33% der Tiertransporte weisen tierschutzrelevante Mängel im Vergleich zu den sowieso sehr laxen Gesetzen auf, wie Überladung, nicht funktionierende Getränkenippel oder zu lange Transportzeiten ohne Rast. Bei einem Transport von ausrangierten Legehühnern in einen Schlachthof wurde vom Verein Gegen Tierfabriken eine Todesrate von 30% der transportierten Tiere registriert. Und das nur innerhalb Österreichs.

Regelmäßig kommen mit 400 und mehr Schweinen beladene Lastzüge aus dem Norden Europas nach 30 stündiger Fahrt in den Schlachthöfen Hollabrunn oder Graz an. Der Verein Gegen Tierfabriken hat festgestellt, dass jede Woche einige tausend etwa 14 Tage alte männliche Kälber von Milchkühen nach mehrmaliger Verladung und insgesamt 70 stündiger Fahrt in Südspanien zur Mast entladen werden. Bei diesem Transport wird nicht einmal Wasser zur Verfügung gestellt: die Tiere, an deren Körpern oft noch die Nabelschnur baumelt, sind zu jung um Wasser zu vertragen.

Im Jahr 2004 stellte das Landwirtschaftsministerium in einer Exportoffensive erstmals gezielt Budgetmittel zur Verfügung, um Tiertransporte in Österreich zu fördern. Franz Sturmlechner, Geschäftsführer von der Zentralen Arbeitsgemeinschaft österreichischer Rinderzüchter, verkündete am 11. Jänner 2005, dass Österreichs Rinderexporte nach Rumänien verdreifacht und nach Albanien signifikant erhöht werden konnten. Nach Bulgarien, Serbien und die Ukraine sollen zukünftig ebenfalls Tiertransporte rollen. Neben erwachsenen Rindern werden heute jährlich 80.000 Kälber aus der Milchindustrie lebend aus Österreich transportiert. Zusätzlich zu diesen Tiertransporten exportiert Österreich auch 40% seines Rindfleisches, vor allem nach Italien und Ungarn.

Eine spürbare Verschärfung der Auflagen für Tiertransporte in der Europäischen Union wird mindestens bis 2009 auf sich warten lassen. Etwa 17,5 Millionen Rinder, Schafe und Schweine werden jährlich auf langen Strecken durch die EU transportiert. Die EU-AgrarministerInnen einigten sich zwar auf technische Verbesserungen. Die von TierschützerInnen besonders angeprangerte Höchstdauer der Transporte wurde aber ebenso ausgeklammert wie Vorschriften, um den Tieren ausreichend Platz bei den Fahrten zu geben. Was geändert wurde ist, dass die tierärztlichen Kontrollen vor Beginn der Fahrten verschärft werden. Zudem soll von 2007 an ein satellitengestütztes System eingeführt werden, um Transporte besser kontrollieren zu können. Die EU-Kommission wollte ursprünglich die Höchstdauer eines Transportes auf maximal 9 Stunden mit anschließend 12 Stunden Pause beschränken. Dagegen machten vor allem die Staaten in Süd- und Osteuropa aber auch Irland mobil. Sie wollten ihre SpediteurInnen vor zusätzlichen Kosten bewahren. In der verfahrenen Debatte entschloss sich die amtierende niederländische EU-Ratspräsidentschaft die Reizthemen Transportdauer und Platz auszuklammern. Derzeit können beispielsweise Schweine bis zu 24 Stunden am Stück transportiert werden.

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