Fakten
Seit mehr als 100 Jahren werden Wildtiere als exotische
Freaks in Zirkussen zur Belustigung der zahlenden BesucherInnen
gehalten. Diese offensichtlich anachronistische Ansicht
von Wildtieren als „Aufreger“ im Zirkus führt
zwangläufig auch dazu, dass die Tiere im Zirkus aus
verschiedensten Gründen schwer leiden.
Da ist zunächst der Umstand, dass ein Zirkus niemals
genug Platz anbieten kann, um einem oft großen Wildtier
genügend interessanten Lebensraum zu bieten. Dazu
kommt, dass der Zirkus laufend von einem Ort zum anderen
wechselt und die Tiere damit einem lebenslangen Tiertransport
unterliegen. Erfahrungsgemäß verbringen die
Tiere die allermeiste Zeit in den Transportfahrzeugen.
Bei Löwen ergab eine Studie, dass sie 90% der Zeit
im Transportwagen waren, und bei Elefanten zeigte sich,
dass sie 300 Tage im Jahr ganztägig angekettet waren
und keinen Auslauf hatten.
Viele der Wildtiere im Zirkus sind Wildfänge, d.h.
sie wurden der freien Wildbahn entnommen, um jetzt statt
frei zu leben, armselig als Belustigung für die Öffentlichkeit
zu dienen.
Große Wildtiere, die wesentlich stärker als
Menschen sind, und meistens auch nicht immer mit derselben
Bezugsperson zusammenleben, werden mit Gewalt dressiert.
Sie müssen auf Abruf, oft sogar auf ein Signal hin,
das nicht von einer Bezugsperson gegeben wird, wie eine
Maschine ein gewisses Kunststück zeigen. Diese Dressur
geht nur mit Gewalt. Die Folge ist, dass die Zirkustiere
bei Gelegenheit ihre Peiniger – oder auch unbedarfte
ZirkusbesucherInnen – angreifen und töten.
Aus all diesen Gründen wurden Wildtiere im Zirkus
ab 1. Jänner 2005 verboten!
Für Haustiere oder Heimtiere, die in Zirkussen mitgeführt
werden, gelten ab 1. Jänner 2006 dieselben Haltungsbedingungen
wie in anderen Bereichen, d.h. für Nutztiere die
Landwirtschaft und für Heimtiere die Privathaltung
zu Hause. Zusätzlich wurde die Anwendung von Ausbildungs-
und Dressurmitteln, die dem Tier Schmerzen, Leiden oder
Schäden zufügen, oder es in Angst versetzen,
verboten.
Siehe:
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