Tierzirkus
Ausgenommen im kurzen Winterlager ist ein Zirkus permanent
auf Tournee. Die Zirkustiere müssen daher über
90% ihres Alltags in Transportfahrzeugen leben. In der
Tierschau werden die „Bestien“ als Kuriositäten
in engsten Käfigen ausgestellt, um die Neugier Schaulustiger
zu befriedigen. Elefanten werden zumeist vorne und hinten
angekettet gehalten. Immer noch werden Wildtiere über
dunkle Kanäle aus den verschiedenen Kontinenten eingeführt,
meistens nachdem sie als Kinder in der Freiheit gefangen
worden waren, wobei ihre Eltern erschossen wurden. Den
frischen Neuankömmlingen wird in speziellen („Umerziehungs“-)
Lagern durch ständige Schläge und Brutalitäten
systematisch der Willen gebrochen. Erst danach sind sie
„reif“ für die Dressur.
Englische Tierrechtler, die sich im „Dressurcamp“
der Zirkusfamilie Chipperfield als Tierpfleger anstellen
ließen und dann verdeckt recherchierten und filmten,
belegten mit Videos, daß 4 neue Elefanten jede Früh
planmäßig geschlagen wurden. Bei den ersten
Dressurversuchen von Elefanten, Kamelen, Tigern und Löwen
waren auch Schläge und elektrische Stromstöße
das Mittel zur Unterwerfung. Schimpansenkinder wurden
mit der Reitgerte geprügelt, wenn sie nicht gehorchten.
Für unfolgsame Elefanten gibt es auch das Spannen,
bei welchem dem Opfer mittels Ketten an allen 4 Beinen
diese schmerzhaft auseinandergezogen werden.
Immer mehr Zirkusse in Österreich, wie der Zirkus
Elfi Althoff-Jacobi, lehnen es aus ethischen Gründen
ab, Wildtiere zu verwenden und vorzuführen. Sie beweisen
damit, daß es auch ohne Wildtiere geht, die Tradition
Zirkus aufrecht zu erhalten. Die Gesellschaft ändert
sich, wir wissen heute viel mehr über Tiere, und
wie ähnlich sie uns Menschen sind. Der Zirkus wird
dieser Änderung folgen müssen. Es ist mit dem
heutigen Tierverständnis nicht vereinbar, Tierkinder
in Afrike zu fangen indem ihre Eltern erschossen werden,
sie dann einzusperren und in die Unterwürfigkeit
zu prügeln, und sie dann permanent an der Kette oder
in winzigsten Käfigen zu halten und dauernd herumzuführen
– nur um diese traurigen, gebrochenen Gestalten
dann anglotzen zu können, wie sie erzwungene, artwidrige
„Kunststücke“ vollführen müssen!
Einige Zirkusse, wie der „Cirque du soleil“
aus Kanada, der „chinesische Nationalzirkus“,
der englische „Zirkus Swamp“ oder der österreichische
„Zirkus Meer“, kommen völlig ohne Tiere
aus. Menschen zeigen ihre beeindruckenden Fähigkeiten,
und bekommen dafür Applaus und ein wohlverdientes
Eintrittsgeld. Keine Tiere werden mehr für die Unterhaltung
mißbraucht. Der VGT sieht in dieser Form des Zirkus
die Zukunft.
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