Pelztiere sind Wildtiere
Wieso, glauben Sie, sind die sogenannten Pelztierfarmen
von hohen, undurchsichtigen Bretterzäunen umgeben, innerhalb
derer scharfe Hunde wachen? Richtig geraten -- niemand
soll über die Grausamkeiten, die sich dahinter abspielen,
Bescheid wissen. Die Pelzindustrie versucht seit Jahren,
mit einem Millionenaufwand an Werbung den Ökoschmäh eines
"naturnah", ja sogar "tiergerecht"
produzierten Kleidungsstückes aufzubauen. Sie versucht,
den KundInnen weiszumachen, daß die Zuchttiere ihre natürlichen
Verhaltensweisen weitgehend verloren hätten. Doch "Pelztiere"
sind auch nach vielen Generationen in Gefangenschaft immer
noch Wildtiere!
Füchse: ihr Lebensraum ist der Wald
Füchse z. B. sind eng verwandt mit Hunden und leben normalerweise
im Wald. Sie haben hochentwickelte Sinnesorgane und komplizierte
Verhaltensstrukturen. Sie graben sich ihren Bau in die
Erde, wo sie Zuflucht vor Feinden finden. Der Mutterinstinkt
ist stark ausgeprägt, und die Fürsorge für die Welpen
groß: Die Fähe bereitet dem Nachwuchs ein weiches Lager
und bepolstert es sogar mit den eigenen ausgerupften Bauchhaaren.
Wie die meisten Raubtiere ist auch der Fuchs ein Einzelgänger;
es ist für ihn unerträglich, mit vielen Artgenossen zusammengepfercht
zu sein.
Nerze: Ihr Lebenselement ist Wasser
Die drolligen Nerze gehören zur Familie der Marder und
sind sehr gute Schwimmer und Taucher. Dafür benötigen
sie ein dichtes Fell, welches ihnen zum Verhängnis wurde.
Sie sind extrem bewegungsfreudig und flink. Ihr Lebensraum
sind Schilf oder Unterholz an See-, Bach- und Flußufern,
das Wasser ist ihr Lebenselement. Sie brauchen das Wasser
aber auch zur Abkühlung in den heißen Sommermonaten. Das
Revier dieser Einzelgänger ist ca. 20 Quadratkilometer
groß!
Früher mußte man Pelze aus wilden Nerzen, die relativ
schwer zu fangen sind, teuer herstellen. Seit damals sind
Nerzmäntel ein Statussymbol, obwohl sie heute zum erschwinglichen
Kaufhausartikel geworden sind.
"Verdanken" tun wir das der Massenzucht: Nerze,
die bis zu 60 cm lang werden können, werden in winzige
Käfige auf einen viertel Quadratmeter oder weniger gesperrt
-- ein Käfig neben dem anderen.
Sie stehen unter permanentem Streß, denn sie können als
Wildtiere die Nähe von Artgenossen nicht ertragen. Um
sie noch enger oder zu zweit in einem Käfig zu halten,
werden ihnen regelmäßig Psychopharmaka verabreicht. Ohne
Chemie würden sie das kostbare Fell beschädigen, denn
oft fügen sie sich gegenseitig schwere Bißwunden zu, bis
hin zu blutigen Selbstverstümmelungen. Auch zur Vorbeugung
der vielen Krankheiten und zur Manipulation der Befruchtung
darf die Pharmaindustrie am Leiden der "Pelztiere"
mitverdienen.
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Fuchs in Freiheit.
(Foto: Lankinne/Transglobe) |
Verängstiger Jungfuchs
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Lebenslänglich hinter
Gittern: In freier Wildbahn hätte er ein Revier
von ca. 20 Quadratkilometern
(Foto: Vier Pfoten) |
Ohne Worte
(Foto: Vier Pfoten
De Keerle/Gamma/Contrast) |
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