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Lebende Ratte soll für umstrittenes Kunstprojekt sterben

Hinweis: Der Inhalt dieses Beitrags in Wort und Bild basiert auf der Faktenlage zum Zeitpunkt der Erstveröffentlichung (17.03.2015)

Wien, 17.03.2015

Künstler Florian Mehnert möchte mit seinem Kunstprojekt auf die Gefährlichkeit von Drohnen hinweisen. ZuschauerInnen können das Leben der Versuchsratte per Webcam verfolgen und haben die Möglichkeit sie anonym zu erschießen. Update: Das Projekt wurde abgebrochen - die Ratte ist am Leben

Die aktuelle Arbeit des deutschen Künstlers Florian Mehnert heißt „ 11 Tage“. Elf Tage sind die Zeitspanne, in der der Countdown läuft, bis die Waffe geladen wird, mit der die Ratte erschossen werden soll. Ein makaberer Countdown, welcher am 24. März um 19:00 Uhr endet.

Im Moment ist seine Ratte noch kerngesund und unversehrt. Sie ahnt nichts von der Gefahr, die in wenigen Tagen auf sie wartet. Mit Hilfe einer Webcam, können ZuschauerInnen das Leben des Tieres rund um die Uhr beobachten. Die Kamera ist auf der Schusswaffe angebracht, die per Mausklick gesteuert und abgefeuert werden kann – wie in einem Videospiel. Florian Mehnert ist sich sicher, dass sein Experiment in einem Massaker enden wird und dass jemand anonym mit einem Klick das Leben der unschuldigen Ratte auslöscht. Egal ob vom eigenen Computer zu Hause oder übers Smartphone.

Der Künstler möchte mit diesem Experiment darauf hinweisen, dass es sehr einfach ist auf einen Knopf zu drücken und anonym Waffen abzufeuern. Drohnen werden bereits im Krieg in Syrien eingesetzt und töten dort Tausende von Menschen. Problematisch ist auch, dass durch Drohnen Einzelpersonen sogar zu Friedenszeiten getötet werden könnten.

„Es ist zwar wichtig auf die Gefährlichkeit von Drohnen hinzuweisen, aber dieses Kunstprojekt können wir in keinster Weise gut heißen. Man kann mit anderen Mitteln das Bewusstsein der Bevölkerung für bestimmte Themen stärken, ohne dass Tiere dabei leiden und sterben müssen. Weltweit müssen Tausende von Tieren in Labors höllische Qualen durchleben, weil nach wie vor Tierversuche für Medikamente, Kosmetika und andere Chemikalien gemacht werden. Ein Kunstprojekt, welches sich eines Tierversuchs bedient, ist ein totaler Rückschritt!“ empört sich Mag. Edith Sichtar vom Verein Gegen Tierfabriken.

Zudem verstößt der Aufbau des Experiments gegen das Tierschutzgesetz. Das Töten von Tieren ist nur mit „vernünftigem Grund“ zulässig. Wirbeltiere dürfen nur fachgerecht bzw. nur durch befugte Personengruppen, wie Tierärzten getötet werden. Weiters ist auch das mutwillige Töten von Wirbeltieren verboten.

Nachtrag 18. März 2015: Projekt zu Ende - die Ratte ist am Leben

Florian Mehnert hat das Projekt abgebrochen. Öffentlich gab er bekannt, dass er nie vor hatte die Ratte töten zu lassen. Er wollte Empörung und Diskussionen in der Bevölkerung auslösen und somit auf das problematische Thema der Überwachung und der Drohneneinsätze hinweisen. Das Tier wurde nun an das Landratsamt Breisgau-Hochschwarzwald in Deutschland übergeben und ist wohlauf.

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