Beispiele von Tierversuchen in Österreich
In Österreich gibt es jährlich in rund 400 Tierversuchslabors
etwa 20.000 Tierversuchsprojekte mit ca. 200.000 Versuchstieren.
Nähere Informationen über die Tierversuche, außer jener,
die in der Statistik aufscheinen, werden streng geheim gehalten,
obwohl sie durch öffentliche Gelder finanziert werden. Nur
die Bundesinstitute – im Gegensatz zu den privaten Pharmafirmen,
die für ihren Profit forschen – veröffentlichen Resultate,
die sie für relevant halten. Die hier angegebenen Beispiele
stammen alle aus solchen Veröffentlichungen in wissenschaftlichen
Zeitschriften. Es handelt sich also nur um Tierversuche,
die nach Ansicht der WissenschaftlerInnen sinnvoll waren
und zu einem relevanten Resultat geführt haben. Alle anderen
Tierversuche werden für immer unbekannt bleiben.
Allerdings finden sich unter diesen „relevanten“ Tierversuchen
noch immer genügend, die man vom Standpunkt des Tierschutzes
sehr kritisch sehen muss. Hier einige Beispiele aus den
letzten 10 Jahren.
Quelle: www.datenbank-tierversuche.de
Tierversuche an Affen
Das Ludwig-Boltzmann Institut für Experimentelle und Klinische
Traumatologie in Wien injizierte in Pretoria, Südafrika,
22 Pavianen das Gift einer Kobra
sowie Colibakterien und ließ sie unbehandelt.
9 der 22 Tiere starben innerhalb von 72 Stunden qualvoll,
der Rest wurde dann getötet, alle seziert.
In einem weiteren Tierversuch vom Ludwig-Boltzmann Institut
für Experimentelle und Klinische Traumatologie in Wien wurde
3 Pavianen 2 Stunden lang Colibakterien
in die Blutbahn geleitet. Auch hier blieben die Tiere unbehandelt.
Das Unfallkrankenhaus Salzburg zusammen mit dem Unfallkrankenhaus
Lorenz Böhler in Wien und wieder dem Ludwig-Boltzmann Institut
für Experimentelle und Klinische Traumatologie in Wien zersägten
16 Pavianen die Oberschenkel und operierten diese
mit Metallstiften wieder zusammen. Nach 10 Wochen wurden
die Tiere getötet und der Fortgang der Heilung begutachtet.
Am Zentrum für Hirnforschung der Medizinischen Uni Wien
wurde 16 Rhesusaffen, die zwischen 7 und
23 Jahre alt waren, eine Substanz in die Muskeln gespritzt,
die bestimmte Hirnzellen tötet. Danach
wurden die Symptome der Tiere beobachtet.
Tierversuche an Hunden und Katzen
An der Abteilung für Anästhesiologie und Intensivmedizin
der Uni Wien, sowie am Ludwig-Boltzmann Institut für Experimentelle
Anästhesiologie und Intensivmedizin, wurden 12 Katzen
medikamentös vollständig gelähmt. Anschließend
werden Nerven im Wadenbein und im Kehlkopf sowie ein Stimmband
elektrisch stimuliert und die Reaktion gemessen.
Die Klinische Abteilung für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie
der Universitätsklinik Graz nahm 8 Beaglehunde
und brach jedem von ihnen mehrere Zähne aus dem Gebiss.
Anschließend wurde bei 4 der Hunde sofort Zahnimplantate
gesetzt, bei den anderen 4 jeweils 8 Monate später. Danach
wurden die Tiere getötet und seziert, um zu schauen, wie
sich dieser zeitliche Abstand zwischen Zahnentfernung und
Implantat-Setzen auswirkt.
Sexualverhalten von Wildtieren
Wie macht man promiskuitive Wühlmäuse
monogam? Die Zeitschrift Neuroscience, Vol 125, Seite 35,
klärt darüber auf. Die Wühlmausart Microtus ochrogaster
lebt monogam, die nahe verwandte Wühlmausart Microtus montanus
nicht. So wurde das Vasopressine Rezeptorgen
der monogamen Wühlmäuse in die Gehirne
der polygamen Wühlmäuse übertragen. Das Resultat war, dass
die polygamen Wühlmäuse monogam wurden.
An der Konrad-Lorenz Forschungsstelle in Grünau im Almtal
in OÖ wurden 26 wildlebende Graugänse eingefangen.
Dann wurde ihnen ein multi-sensor Telemetriesystem
in der Größe einer Zigarettenschachtel operativ
in den Körper eingepflanzt, das den Herzschlag
und die Körpertemperatur misst, aber auch die Umgebungstemperatur
und den Luftdruck. Dieses Gerät wurde in die Bauchhöhle
einoperiert und mit Fühlern verkabelt, die in verschiedene
Teile des Körpers verlegt waren. Eine Antenne, die aus der
Bauchhöhle ragte, sandte die entsprechenden Signale an eine
Relaisstation. So wurde festgestellt, wie die Tiere körperlich
auf fremde Artgenossen oder beim Sexualverhalten reagieren.
Versuchstiere im Nahrungsmitteltest
Am Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie der
Vet Uni Wien wurden 36 Feldhasen in winzige
Gitterkäfige gesperrt. Die säugenden Muttertiere werden
2 Mal wöchentlich unter Narkose gemolken,
um die Milchenergie in Abhängigkeit vom Fettgehalt des Futters
zu messen.
Die Abteilung für medizinische Chemie der Vet Uni Wien
verabreichte 55 Mäusen eine neue Partydroge
31 Tage lang. Anschließend wurden die Tiere getötet und
seziert.
Die Abteilung für Pharmakologie und Toxikologie der Uni
Innsbruck ernährte 102 Mäuse mit Futter,
das keinerlei Magnesium enthielt. Nach
28 Tagen müssen die Tiere Verhaltenstests durchführen und
Blutproben abgeben. Aus dem Verhalten wurde geschlossen,
ob die Mäuse depressiv waren.
Am Institut für Experimentelle und klinische Pharmakologie
der Uni Graz verabreichte man 133 Mäusen Koffein
und Ketoprofen per Schlundsonde in den Magen. Nach 7 Tagen
tötete man die Tiere und untersuchte ihren Körper.
Am Krebsforschungszentrum der Uni Wien füllte man 312
Ratten jeweils 14 Tage lang mit verschiedenen
Kaffeesorten ab und spritzte ihnen dann einen Krebserreger
zwischen die Beine. Anschließend wurde die Entwicklung des
Krebs über mehrere Monate hinweg beobachtet.
Die Abteilung für Neonatologie und allgemeine Kinderheilkunde
des Uniklinikums Wien zusammen mit dem Institut für Versuchstierkunde
und Genetik in Himberg fütterte 35 Mäuse, 35 Ratten
und 35 Meerschweinchen mit Kreatinmonohydrat und
tötete sie 8 Wochen später, um den Kreatingehalt im Gewebe
der Tiere zu messen.
Das Krebsforschungszentrum zusammen mit dem Institut für
Umweltgesundheit und der Abteilung für Ernährungswissenschaften
der Medizinischen Uni Wien verabreichten 15 Ratten
mit einer Schlundsonde mehr als 5 Tage lang Grünen
Tee in den Magen. 24 Stunden später wurden die
Tiere getötet. Das Ergebnis: 5 Tassen Grüner Tee pro Tag
könnte Menschen vor Krebs schützen, behaupten die AutorInnen.
Zufügung schwerer Verletzungen
Am Institut für Angewandte Mikrobiologie der BOKU fügte
man 50 Kaninchen schwere Brandwunden
zu. Dazu wurden die Tiere rasiert und rücklings in eine
Plastikschale gelegt, deren Boden ein 15 cm² großes Loch
aufwies. Danach hielt man die Kaninchen in dieser Schale
unter Betäubung für je 15 Sekunden in kochend heißes Wasser.
Die großflächigen Verbrühungen mussten die Tiere mindestens
3 Tage lang ertragen. Die Wunden wurden beobachtet und verschiedene
Gels aufgetragen.
Die Neonatale Intensivstation der Universitätsklinik für
Kinder und Jugendheilkunde Innsbruck goss 6 vorher medikamentös
gelähmten und betäubten Schafen Öl in die
Lungen, was zu einem akuten Lungenversagen
führte. Der fortschreitende Verfall der Lunge wurde beobachtet.
Das Ludwig-Boltzmann Institut für Experimentelle und Klinische
Traumatologie in Wien und die zweite chirurgische Klinik
des Wiener Wilhelminenspitals schnitten 7 Schweinen
unter Narkose den Bauch auf und riefen künstlich einen Zwerchfellbruch
hervor, der anschließend mit einem Netzgewebe gehalten wurde.
Nach 4 Wochen wurden die Schweine getötet und untersucht.
Gleich 6 Tierversuchslabors in Wien (AKH, Institut für
Anatomie der Uni Wien, Klinik für Anästhesiologie der Uni
Wien, Vet Med Wien, Abteilung für Biomedizinische Technik
und Physik der Uni Wien und das Zentrum für Biomedizinische
Forschung in Wien) schlossen sich für einen Versuch zusammen,
10 Schafen die Brustmuskeln und Armnerven operativ
freizulegen. Anschließend wurden die Nerven elektrisch
stimuliert und zuletzt die Tiere getötet.
Die Abteilung für Neuroanatomie und die Klinik für Neurochirurgie
der Medizinuni Innsbruck zerschnitten mindestens
40 Ratten unter Narkose den Gesichtsnerv.
Auf die Nerven wurden fluoreszierende Farbstoffe aufgebracht
und deren Wanderung ins Gehirn beobachtet. Mittels Videokamera
wurde das Verhalten der Schnurrbarthaare der Tiere aufgenommen.
Zuletzt wurden die Ratten getötet und ihr Gehirn in Scheiben
geschnitten.
Vergiftungen
Das Institut für Analytische Chemie der Uni Wien vergiftete
zusammen mit der II. Medizinischen Klinik für Wiederkäuer
und Schweine an der Vet Med Wien 14 Schweine
mit Pilzen. Da die Tiere das Pilzgift im
Futter zunächst verweigerten, wurde es in Haferflocken gemischt.
Nach 18 Tagen wurden die Schweine getötet und ihre Muskeln
und ihre Leber nach Giftspuren durchsucht.
Das Ludwig-Boltzmann Institut für Experimentelle und Klinische
Traumatologie in Wien und die Abteilung für Anästhesiologie
und Allgemeine Intensivmedizin des Wiener AKH infundierten
12 Schweinen im Laufe über je 2 Stunden
Colibakterien in die Blutbahn. Während
der nächsten 5 Stunden wurden verschiedene Messungen vorgenommen
und die Tiere dann getötet.
Künstliche Belastung des Körpers
5 verschiedene Institute der Uni Wien kooperierten bei
einem Tierversuch, in dessen Verlauf 29 Kaninchen
ein Ballon in die Halsschlagader eingeführt wurde.
Durch Einfüllen einer Kochsalzlösung erweiterte sich dieser
Ballon, wodurch es zu einer Verdickung der Arterieninnenwand
kam. Die Kaninchen wurden anschließend 3 Wochen lang beobachtet
und dann getötet.
Im Jahr 2010 bohrten MitarbeiterInnen des AKH Wien, der
Abteilung für Herzchirurgie des Landeskrankenhauses St.
Pölten und der Abteilung für Herzchirurgie der Medizinischen
Uni Wien 30 Mäusen mehrere Löcher in die
Schädeldecke und führten einen Ballon zwischen Gehirn
und Schädelknochen ein, der dann alle 5 Minuten
mittels Kochsalzlösung einen weiteren Schritt aufgeblasen
wurde. Nach einiger Zeit trat der Hirntod ein, obwohl das
Herz der Mäuse noch weiter schlug. Nach 6 Stunden Observation
wurden die Mäuse getötet.
In einer Zusammenarbeit des Forschungszentrums Seibersdorf
mit der Forschungsabteilung von Croma Pharma in Leobendorf
und der Abteilung für Klinische Pharmakologie der Med Uni
Wien wurde im Jahr 2010 insgesamt 6 Kaninchen eine
radioaktive Substanz in das rechte Auge geträufelt.
Mit einem Halskragen wurde verhindert, dass die Tiere sich
die Augen reiben konnten. 22 Stunden lang wurde die Verteilung
der Substanz beobachtet.
Tierversuche mit genmanipulierten Tieren
Die Zunahme an Tierversuchen der letzten Jahre seit 1999
in Österreich aber auch weltweit ist auf die Genmanipulation
zurückzuführen. Man verändert die Genetik von Tieren und
beobachtet, was sich dabei ergibt. Hier einige Beispiele
der letzten Jahre aus Österreich:
In einer Zusammenarbeit des Forschungszentrums Seibersdorf
mit der Uni Wien wurde einer unbekannten Anzahl von genmanipulierten
„Knock-out“ Ratten und Mäusen verschiedener
Linien im Jahr 2010 eine radioaktive Substanz ins Gehirn
injiziert und mit einem Positronemissionstomographen
gemessen. Anschließend wurden die Tiere getötet.
Die Abteilung für Neuroimmunologie des Hirnforschungsinstituts
in Wien tötete und sezierte 56 transgene Ratten
mit Rückenmarksentartung, um ihr Rückenmarksgewebe
zu untersuchen.
An der Klinischen Abteilung für Nephrologie der Universitätsklinik
für Innere Medizin in Innsbruck wurden mehr als 160
Mäuse derart gentechnisch manipuliert, dass ihnen
ein Zellprotein fehlte. Anschließend wurden ihnen Antikörper
von Kaninchen gespritzt, sodass sie eine Nierenentzündung
entwickelten. Nach 21 Tagen Beobachtung wurden die Tiere
getötet.
Zwei Institute der Vet Med in Wien, zusammen mit dem Ludwig-Boltzmann
Institut für Immunologie, Zytogenetik und Molekulare Genforschung
und der Abteilung für Biotechnologie in der Tierproduktion
Tulln, schleusten einer unbekannten Anzahl von Kaninchen
2 Gene für die Produktion von Rindergeschlechtshormonen
ein. Die transgenen Tiere wurden künstlich befruchtet und
dann gemolken. Die Milch enthielt die Rinderhormone. Die
AutorInnen der Studie wollten einen Weg finden, Rinderhormone
für die Viehzucht kostengünstig herzustellen.
Das Institut für Pathophysiologie der Uni Innsbruck und
das Institut für Biomedizinische Altersforschung der Österreichischen
Akademie der Wissenschaften importierten eine unbekannte
Anzahl gentechnisch veränderter Mäuse aus
den USA und transplantierten von einer
zur anderen Maus Blutgefäße, und zwar die
Hohlvene an die Stelle der Halsschlagader. 4 Wochen danach
wurden die Mäuse getötet.
An 2 Instituten der Uni Graz wurden 142 gentechnisch
veränderte Mäuse, denen ein Enzym für den Fettstoffwechsel
fehlt, 16 Stunden lang hungern gelassen.
Anschließend wurden die Tiere getötet und seziert.
Die Abteilungen für Transplantationschirurgie, Pathologie
und Histologie des Uniklinikums Innsbruck transplantierten
von 14 gentechnisch veränderten Meerschweinchen
jeweils die Leber in 14 Ratten, bei 7 weiteren Ratten
werden die Hohlvenen herausgeschnitten und ebenfalls transplantiert.
Die Meerschweinchen wurden nach dieser Xenotransplantation
sofort getötet, die Ratten erst nachdem die Abstoßungsreaktion
ihres Körpers voll eingesetzt hatte.
Am Institut für Biochemische Pharmakologie der Uni Innsbruck
wurde eine unbekannte Anzahl von Mäusen
so verändert, dass sie nicht mehr in der Lage waren Cholesterol
zu synthetisieren. Das Resultat waren neugeborene Mäuse
mit schweren Missbildungen, wie Gaumenspalte und vergrößerter
Harnblase. Alle Tiere litten unter Atemnot, konnten nicht
bei ihren Müttern saugen und waren nicht lebensfähig. Die
Tiere wurden bis zur dritten Generation beobachtet.
Die Hautklinik der Uni Wien, das internationale Forschungs-Kooperationszentrum
in Wien und das Novartis Forschungsinstitut in Wien veränderten
eine unbekannte Anzahl von Mäusen gentechnisch
derart, dass sie alle eine entzündliche Hauterkrankung
entwickelten. Die Tiere litten dabei an verdickter Haut,
Juckreiz und schmerzhaften Ekzemen.
3 Institute der Uni Wien und das Ludwig-Boltzmann Institut
für Altersforschung in Wien veränderten mindestens 38
Mäuse gentechnisch derart, dass ihnen ein Rezeptor
für das Vitamin D fehlte. Die Tiere litten daher ab dem
Alter von 3 Monaten an schweren Knochendeformationen.
Nach 6 Monaten Beobachtung wurden die Tiere getötet.
Die Kinderklinik IV und das KMT-Labor der Uni Innsbruck
veränderten im Jahr 2010 mindestens 112 Mäuse
gentechnisch, sodass ihnen ein Gen für einen bestimmten
Rezeptor im Gehirn fehlte. Die Köpfe der Mäuse wurden dann
in einer Apparatur fixiert. Anschließend injizierte man
die Substanz Ibotenat ins Gehirn, um dort
das Gewebe zu schädigen.
Nach bis zu 120 Stunden wurden die Mäuse getötet und ihr
Gehirn untersucht.
Beobachtung der Entwicklung von Krankheiten
Die Abteilung für Immunologie des Instituts für Dermatologie
und das Institut für Pathologie, beides der Uni Wien, löste
bei 484 Mäusen allergisches Asthma
aus, indem diese 2 Mal täglich in eine Plexiglaskammer gesetzt
und mit Eieiweiss- oder Alaun-Zerstäuber berieselt wurden.
Nach mehr als 1 ½ Monaten wurden die Mäuse getötet und seziert.
Am Institut für Experimentelle und Klinische Pharmakologie
der Uni Graz wurden 88 Ratten eine Substanz
in die Hinterpfote injiziert, die eine
starke Entzündung und Schwellung verursachte.
Aus den Pfoten der Tiere wurden dann Gewebeproben entnommen.
Einer unbekannten Anzahl von Nacktmäusen
ohne Thymusdrüse und mit geschwächtem Immunsystem wurden
von 3 Instituten der Vet Med in Wien Hirntumorzellen
von Menschen und Nagetieren ins Gehirn injiziert. Einigen
der Mäuse wurden auch gentechnisch veränderte Viren verabreicht.
Viele der Mäuse entwickelten einen Hirntumor und starben
bis zu 9 Wochen später daran. Später wurden die Mäuse getötet
und ihr Hirngewebe analysiert.
Am Institut für Bakteriologie an der Vet Med in Wien wurden
120 Hühnerküken im Alter von 21 Tagen mit
dem Erreger einer Hühner-Infektionskrankheit
besprüht. Die Tiere entwickelten eine Luftsackentzündung
und zeigten Symptome wie Niesen, Husten und Atemnot. Sie
wurden nach 9 Tagen getötet.
Am Institut für Innere Medizin des Uni-Klinikums Innsbruck
wurde 10 Kaninchen eine Substanz injiziert,
die die Insulin-produzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse
zerstörte, sodass die Tiere Diabetes entwickelten.
Der Krankheitsverlauf wurde beobachtet, nach 7 Tagen wurden
die Kaninchen durch Ausbluten getötet.
Die Intercell AG in Wien nahm im Jahr 2010 mindestens 600
Mäuse, wahrscheinlich wesentlich mehr, und infizierte
sie mit A-Streptokokken eines menschlichen
Patienten, nachdem sie vorher mit Impfstoffen immunisiert
worden waren. In den folgenden 14 Tagen wurde die Sterberate
der Tiere beobachtet.
An der Klinik für Allgemeine Chirurgie und dem Institut
für Pathologie, jeweils der Uni Wien, wurde 24 Mäusen
ein gentechnisch veränderter Botenstoff in die Bauchhöhle
injiziert. 48 Stunden später werden den Tieren Krebszellen
in die Bauchhöhle gespritzt. Die Mäuse sterben nach 18-40
Tagen. Das Ziel der Versuchsreihe war es, das Abmagern bei
Krebskranken zu studieren.
Am Institut für Angewandte Mikrobiologie der BOKU in Wien
wurden mindestens 48 Mäuse mit einem gentechnisch
veränderten Grippevirus geimpft. Nach 6
Wochen wurden die erkrankten Tiere nach einer Blutabnahme
getötet.
Michael Hess von der Klinik für Vögel, Reptilien und Fischmedizin,
Abteilung für Nutztiere und Herdenmanagement an der Vet
Med Wien, steckte im Jahr 2006 insgesamt 18 Puten
und 18 Hühner mit der Schwarzkopfkrankheit
an, um den Krankheitsverlauf zu beobachten. Dazu wurden
jeweils 380.000 Erreger in die Kloaken der Tiere eingebracht.
Die Puten starben alle unbehandelt zwischen 11-14 Tagen
nach der Infektion, die Hühner wurden 43 Tage nach der Infektion
getötet.
Operationen
An der Uni Graz wurde bei 8 Schafen die
obere Knochenleiste des Unterkiefers 4 mm tief auf 3 cm
Länge abgehobelt. Dann wurde ein Knochenstück aus dem Kiefer
geschnitten und mit einer Schraube wieder befestigt. Nach
einer 7-tägigen Erholungsphase wurden die Schrauben
2 Mal täglich über 8 Tage hinweg weitergedreht und damit
das Knochenstück aus dem Kiefer geschoben. Nach 6 Monaten
wurden die Schafe getötet und untersucht, in wieweit sich
die Lücke zwischen Knochenstück und Kiefer mit Knochengewebe
gefüllt hatte.
An der Humanmedizinischen Uni Wien wurden 7 Ratten
am Knie operiert. Dabei wurde ihnen ein Loch in
den Schienbeinknochen gebohrt und ein Faden durch die Sehne
des Oberschenkelmuskels gefädelt und eng zusammengezogen,
um das Kniescheibenband zu verkürzen. Es kam bei den Ratten
zu massiven Veränderungen am Knie, eine starb gleich nach
der Operation. 10 Tage später wurden die Tiere getötet und
ihre Kniegelenke gewebekundlich untersucht.
An der Med Uni Wien entfernte man bei 30 Kaninchen
in einer Operation den unterhalb des Ohres
gelegenen Gesichtsmuskel. Stattdessen wurde
dort ein Muskel aus dem Oberschenkel eingesetzt. 8 Monate
danach wurde der Gesichtsmuskel unterhalb des anderen Ohres
entfernt und stattdessen ein Muskel vom Hinterbein eingesetzt.
13 Monate nach dieser Operation wurden die eingesetzten
Muskeln chirurgisch freigelegt und elektrisch stimuliert.
Anschließend tötete man die Versuchstiere.
In einer Zusammenarbeit des Ludwig-Boltzmann Instituts
für Experimentelle und Klinische Traumatologie in Wien,
des Wiener Wilhelminenspitals und der Uni Wien wurde 18
Ratten künstlich ein Bauchwandbruch
zugeführt. 10 Tage später wurde der Bauchwandlappen operativ
mit einem Netz gestützt, 30 Tage danach tötete man die Tiere.
20 Kaninchen wurde an der Chirurgischen
Klinik und dem Institut für Anatomie der Uni Wien ein 7
cm langes Stück Nerv aus dem Hinterbein geschnitten und
anstelle eines Oberschenkelmuskelnervs wieder eingepflanzt.
8 Monate später wird der dort entstandene Nerventumor
entfernt. Weitere 7 Monate später wird in einer zusätzlichen
Operation Gewebe aus Nerven und Muskeln entnommen und analysiert.
Künstlicher Herzinfarkt und Wiederbelebung
An der Abteilung für Anästhesiologie und Intensivmedizin
der Uni Innsbruck wurde bei 24 Schweinen
unter Narkose der Luftröhrenschlauch zugeklemmt, sodass
keine Luft mehr in die Lungen gelangte und bei den Tieren
nach 7-8 Minuten ein Herzversagen eintrat. 8 Minuten nach
dem Herzstillstand wurde die Wiederbelebung
durch Herzmassage und Beatmung eingeleitet. 17 Minuten nach
Einleiten der Wiederbelebungsmaßnahmen wurden den Schweinen
3 Elektroschocks verabreicht. Anschließend wurden noch 1
Stunde lang Messungen vorgenommen und dann die Tiere getötet.
An der Abteilung für Anästhesiologie und Intensivmedizin
der Uni Innsbruck wurden weiteren 12 Schweinen
2 Löcher in den Schädel gebohrt und eine Sonde zur Messung
des Sauerstoffdrucks in das Hirngewebe eingeführt. Mittels
Elektroschocks werden ein Kammerflimmern und ein Herzstillstand
ausgelöst. 4 Minuten später beginnt die Wiederbelebung mittels
Herzmassage und Beatmung. 1 Stunde später werden die Schweine
getötet.
Ebenfalls an der Abteilung für Anästhesiologie und Intensivmedizin
der Uni Innsbruck wurde bei 12 Schweinen
ein Messfühler durch ein Bohrloch innen an den Schädelknochen
aufgelegt und anschließend über Nadelelektroden ein Herzstillstand
ausgelöst. Nach der Wiederbelebung wurde 1 Stunde lang alle
5 Minuten die Sauerstoffversorgung im Gehirn gemessen. Danach
tötete man die Schweine.
An 4 Abteilungen und Instituten der Uni Innsbruck steckte
man bei 6 Schweinen Elektroden durch in
den Schädelknochen gebohrte Löcher ins Gehirn. Mit einer
Spritze wurde dann der Herzstillstand ausgelöst
und mittels Defibrillator das Herz wieder in Gang gesetzt.
15 Minuten später tötete man die Schweine und untersuchte
ihr Gehirn.
Hirnforschung
An den Abteilungen für Psychiatrie und Neurologie des Universitätskrankenhauses
Innsbruck bohrte man einer unbekannten Anzahl von Ratten
ein 7 mm dickes Loch in den Schädelknochen. Dann ließ man
eine 6 mm breite Spitze mit der Geschwindigkeit von 6 m/s
auf das freigelegte Hirn auftreffen und
ein 2,3 mm tiefes Loch schlagen. 7 Tage später wurden die
Tiere getötet und die Gehirne obduziert.
An der Uni Innsbruck fixierte man 28 Ratten
mit dem Kopf und zerstörte mittels Injektion
Teile ihres Gehirns. 7 Wochen später wurden
sie getötet und ihre Hirne seziert.
An der Abteilung für Neurologie des Universitätskrankenhauses
Innsbruck stießen Wissenschaftlerinnen 59 Ratten
eine Kanüle ins Gehirn, um gewisse Hirnteile zu
zerstören. 2 Wochen später wurde den Tieren Amphetamin
gespritzt, um Drehbewegungen auszulösen, die die Hirnschädigung
bestätigten. 6-8 Wochen später wurde den Ratten ein Mittel
gespritzt, das bei Menschen zur Behandlung von Parkinson
dient. Anschließend erfolgten Verhaltensexperimente in durchsichtigen
Zylindern.
WissenschaftlerInnen der Abteilung für Neonatologie und
der Kinderklinik des AKH in Wien, sowie des Instituts für
Tierzucht in Himberg drückten mindestens 49 Ratten
knapp vor der Geburt, noch in der herausgeschnittenen Gebärmutter,
für 20 Minuten unter Wasser. Anschließend
wurden die Jungtiere aus der Gebärmutter geholt und wiederbelebt.
Vorversuche hatten gezeigt, dass die Rattenkinder zu 90%
nach 21 Minuten unter Wasser gestorben waren, und zu 100%
nach 22 Minuten. Nach der Wiederbelebung wurde eine Reihe
von Verhaltensuntersuchungen an den Tieren durchgeführt.
Es stellte sich heraus, dass diese Ratten ängstlicher und
sozialer waren als Tiere, die nicht unter Wasser gehalten
worden waren. Dieses Tierversuchsreihe wurde „großzügig“
von der Firma Red Bull finanziell unterstützt.
MitarbeiterInnen der Kinderklinik des AKH in Wien steckten
eine weitere Anzahl von Ratten knapp vor
ihrer Geburt auf dieselbe Weise für 20 Minuten unter
Wasser und ließen sie dann für 24 Monate am Leben.
Die Tiere litten lebenslang unter Hirnschäden, hatten Bewusstseinstrübungen
und Verhaltensstörungen. Nach 24 Monaten wurden sie getötet
und ihre Gehirne untersucht.
Die Neurologische Klinik der Med Uni Innsbruck fixierte
den Kopf von 50 Ratten und spritzte Gift
in gewisse Teile des Gehirns, um dort die
Nervenzellen zu zerstören. 2 Wochen später wurde das Bewegungsvermögen
der Ratten getestet, mit Lichtschranken wurden 12 Stunden
lang die nächtlichen Bewegungen aufgezeichnet. Dann wurden
die Ratten geköpft.
An der Abteilung für Neurologie des Universitätsklinikums
Innsbruck fixierte man 90 Ratten an den
Schneidezähnen und den Ohren mit Metallstiften. Anschließend
wurde die Schädeldecke aufgeschnitten und das Gehirn
freigelegt. Eine 6 mm dicke Aluminiumspitze wurde
dann mit 4 m/s auf die Gehirnoberfläche geschossen. Nach
7 Tagen wurden die Ratten getötet und untersucht.
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