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Aus Protest gegen Blockadepolitik des Landwirtschaftsministers in Schweine-Kastenstandfrage
gab es bereits 35 solche Störaktionen
seit Mitte September
Seit
im September 2010 die Volksanwaltschaft
ihre Missstandsfeststellung gegen die
Kastenstandhaltung von Mutterschweinen
veröffentlichte und insbesondere seit
SPÖ-Gesundheitsminister Stöger eine diesbezügliche
Verordnungsänderung Anfang März 2011
vorgelegt hat, fordern tierschutzbewegte
Menschen eine Stellungnahme des Landwirtschaftsministers.
Allein, dieser schweigt und betreibt
eine beinharte Blockadepolitik. Deshalb
gab es seit Mitte September 2011 bereits
35 Störaktionen bei öffentlichen Auftritten
von Berlakovich.
Trotzdem
er nunmehr seit 3 Wochen seine öffentlichen
Auftritte
im Vorfeld nicht mehr ankündigt, finden
sich immer wieder protestierende TierschützerInnen
bei ihm ein, so auch heute früh im Wiener
Rathaus. Als um 9:20 Uhr Berlakovich
zu seiner Rede anhub, liefen 6 TierschutzaktivistInnen
vor die Bühne und hielten Transparente
gegen die Kastenstandhaltung von Mutterschweinen
in die Höhe. Die Moderatorin Claudia
Reiterer befragte die TierschützerInnen
sogar mit dem Mikrophon, was ihr Anliegen
ist. Der Applaus der anwesenden ZuhörerInnen war ihnen sicher. Als sich danach der
Landwirtschaftsminister herausreden wollte,
zeigte die Zuhörerschaft weniger Verständnis.
Eine
ähnliche Aktion versuchten TierschutzaktivistInnen
auch gestern Abend bei einer von Berlakovich
begleiteten Preisverleihung in der Wiener
Siemensstraße durchzuführen. Der Minister
hatte aber für diesen Event besonders
viel Security aufgeboten und die AktivistInnen
einkreisen lassen. So wurde diese Aktion
verhindert.
In
den „Landwirtschaftlichen Mitteilungen“
vom 15. November 2011 wird aus einem
Gespräch mit dem ÖVP-Minister berichtet:
„Berlakovich lässt sich [von den Tierschutzaktionen]
aber nicht beirren und hält weiterhin
voller Überzeugung zu den Schweinebauern.“
Dazu kommentiert VGT-Obmann DDr. Martin
Balluch: „Der Minister sagt damit ganz
öffentlich, dass er als Marionette des
ÖVP-Bauernbundes und der Tierindustrie
grundsätzlich nur deren Interessen verfolgt.
Ein Minister ist aber dem Volk verpflichtet,
nicht seiner zahlungskräftigen Lobby.
Es wird Zeit, dass sich Herr Berlakovich
seiner Rolle als Minister in einer Demokratie
bewusst wird oder zurücktritt. Ein dem
Lobbyismus höriger Minister ist eine
Fehlbesetzung. Die ÖVP täte gut daran,
noch vor der nächsten Wahl eine Kursänderung
einzuschlagen, sonst wird sie auch noch
ihre letzten WählerInnen verlieren. Der
Tierschutz wird die Wählerschaft zu gegebener
Zeit daran erinnern, wie sich die ÖVP
in der Kastenstandfrage verhielt, ob
sie der finanzkräftigen Minderheit aus der Tierindustrie die Stange gehalten oder die 80%-Mehrheitsmeinung im Volk
respektiert hat!“
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