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Bei den Nerzen hat ein weiblicher Zuchtnerz immer
nur 1 Kind pro Jahr. [Das scheint aber für diese
Farm spezifisch zu sein. Im Biologiebuch steht, dass
Nerzfrauen 3-7 Kinder pro Jahr bekommen. Auf anderen
Farmen gibt es ganz sicher höhere Geburtsraten]
Deshalb sei der Pelz auch so teuer. Normalerweise
wird ein weiblicher Zuchtnerz nur für 3-4 Jahre
gehalten und dann auch gepelzt. Die männlichen
Zuchtnerze werden nach der Kopulation getötet.
Ein Gutteil des Futters für die Nerze stammt
von Schlachthöfen und von Abfällen der
Fischindustrie. Ohne diese Industrien könnte
die Pelzproduktion niemals so billig gehalten werden
und wäre daher nicht mehr rentabel.
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Der Nerzfarmer zieht
einen Nerz aus dem Käfig
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Die Nerze bekommen immer soviel Futter, wie sie
fressen wollen. Es gibt kein oberes Limit. Je mehr
sie fressen, desto dicker werden sie und desto mehr
Pelz haben sie. Sie bekommen 3 mal pro Tag ihren
Frass auf den Käfig geleert.
Die Klauen der Nerze wachsen niemals zu gross aus,
obwohl sie keine Kratzflächen haben. Warum wusste
der Farmer nicht.
Es gibt Nerze in Hallen statt im Freien, weil dann
die ArbeiterInnen auf der Pelzfarm weniger unter
der Kälte zu leiden haben. Auf der besuchten
Nerzfarm waren die Hälfte der Käfige in
Hallen, die andere Hälfte draußen.
Die Käfiggrösse von 30cm mal 90cm ist
seit den 1960er Jahren, seitdem es die grossen Pelzfarmen
gibt, unverändert.
Es müssen immer ein Nerzmann und eine Nerzfrau
pro Käfig zusammenleben. Das ist nicht zur Fortpflanzung,
sondern weil sich weder 2 Männer noch 2 Frauen
vertragen würden, und 2 Tiere pro Käfig
bedeuten doppelt so grossen Besatz.
Die Fortpflanzung findet natürlich und nicht
künstlich statt. Von den Zuchtnerzen ist das
Geschlechterverhältnis von Männern zu Frauen
1:6. Die Fortpflanzung beginnt Anfang März und
dauert 14 Tage. Die Zuchtmänner und Zuchtfrauen
werden allein im Käfig gehalten. Alle Farben
sind züchtbar nur die grüne Farbe nicht:
es gibt schwarze, weisse, gefleckte, rote usw. Nerze.
Die Geburt der Nerzkinder ist Ende April bis Anfang
Mai. 6-8 Wochen lang bleiben die Kinder bei den Müttern.
Die Schwangerschaft dauert 40-70 Tage.
Zur Zeugung wird jeweils eine Frau zu einem Mann
in den Käfig gesteckt. Die Kopulation dauert
von wenigen Minuten bis zu einigen Stunden. Nicht
alle Männer wollen mit allen Frauen und umgekehrt.
Wenn es nicht zum Sex kommt, werden die Frauen zu
anderen Männern in den Käfig gesteckt.
Jedem Mann werden im Lauf der Zeit insgesamt 6 Frauen
nacheinander in den Käfig gegeben. Die Frau
bleibt dann kurze Zeit, wird, falls es zu Kopulationen
gekommen ist, wieder entfernt und genau 9 Tage später
wieder dem Mann zugesellt. Dann kommt es wieder zur
Kopulation. Danach werden sie wieder entfernt. Wenn
die Frauen bis zum 20. März nicht schwanger
sind, dann kommt es in diesem Jahr zu keiner Schwangerschaft
mehr.
Der Wechsel zum Winterpelz ist September-Oktober.
Die Tötungen finden November-Dezember statt.
Dem Futter werden auch billige Pflanzenproteine
vom Mais, Gluten, Soja, Kartoffel und Erbsen zugefügt.
Zumindest Soja wird dafür auch importiert.
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Nerzfuttermittel-Firma
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Das Nerzfutter muss praktisch bakterienfrei sein.
Die menschliche Nahrung wäre für die Nerze
zu bakterienreich, als dass sie sie vertragen würden.
Um das Futter frisch zu produzieren werden in der
Nacht Schlachtabfälle vom Schlachthof in die
Nerzfutterfirma gebracht (ich habe auch eine besucht). Über
Nacht wird daraus das Futter gemischt. Das wird dann
sofort frisch am nächsten Tag verfüttert
oder für später eingefroren. In Dänemark
werden 400.000 Tonnen Nerzfutter pro Jahr produziert
und verfüttert.
Die toten Nerze werden in der Tierkörperverwertung
zu Tiermehl verarbeitet und wieder der Nahrung, vor
allem von Nutztieren, zugemischt.
In der Futterfirma macht sich ein absolut unerträglicher
Geruch breit. Der Frass schaut wie der Durchfall
von Hunden aus und riecht auch so. Es scheint dem
unerfahrenen Auge unbegreiflich, dass das bakterienfrei
sein soll.
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