Analyse
Die österreichischen Tierheime sind überlastet. Obwohl sie wichtige gesellschaftliche
Aufgaben erfüllen, müssen sie sich fast vollständig aus privaten Mitteln (Spenden) finanzieren.
Die
Aufgaben der Tierheime
Die Aufgabe von Tierheimen besteht im Wesentlichen aus der Aufnahme, Unterbringung
und Vergabe von Tieren. Was vorerst sehr einfach klingt,
stellt in der Realität allerdings sehr hohe und differenzierte
Ansprüche an Personal und Struktur eines Tierheims. Das
vor allem deshalb, weil es sich bei den betroffenen Tieren
um sehr unterschiedliche Tierarten handelt. Das reicht
von den "klassischen" TierheimbewohnerInnen wie Katzen
und Hunden, bis zu üblicherweise als Heimtieren gehaltenen
Wildtieren, wie Fischen, Papageien und Reptilien, bis
zu echten Wildtieren, wie Rehen, Füchsen oder Tauben.
Letztendlich kommt es auch immer wieder vor, dass
Nutztiere
wie Hühner, Schweine, Pferde und Rinder in Tierheimen
landen. Ebenso vielfältig wie die BewohnerInnen sind
aber auch deren
Ansprüche an die Betreuung und Unterbringung.
Auch was die Vergabe betrifft, übernehmen Tierheime sehr unterschiedliche Aufgaben.
So kann es notwendig sein, "schwierige" Hunde und Katzen
speziell zu betreuen, sowie eventuell vor der Vergabe
zu resozialisieren und trainieren. Überhaupt ist es
notwendig sich vor der Vergabe eines Tieres sich von
dessen Eigenheiten ein Bild zu machen. Beispielsweise
die Fragen wie ein
Hund auf andere Hunde reagiert, ob ihm Kinder, Radfahrer,
Jogger,
Autos, Katzen etc. vertraut sind, bilden ein wichtiges
Wissen um zu erkennen, ob ein bestimmter Platz für das
Tier geeignet ist oder nicht. Ebenso entscheidend ist,
ob der Hund stubenrein ist, ob er sich
in Autos
einzusteigen traut, ob er allein bleiben kann, ob er
generell stressanfällig ist und Ruhe braucht oder ob
er viel beschäftigt und ausgelastet werden sollte. Ein
Tierheim sollte in der Lage sein - also die Ressourcen
dafür frei haben - etwaige Verhaltensdefizite festzustellen
und diese idealerweise in weiterer Folge
durch
entsprechendes
Training zu mildern oder gar ganz zu beheben.
Auch nach der Vergabe ist eine Betreuung (in gewissem Ausmaß aber auch eine Kontrolle)
der neuen Besitzer notwendig. Auf diese Weise könnten
Probleme, die sich durch eine gezielte Verhaltensberatung
lösen ließen noch rechtzeitig - also bevor der neue Tierhalter
entnervt das Tier wieder im Tierheim abgibt - abgefangen
werden.
Tierheime als Kompetenzzentren moderner, tierfreundlicher Tierbetreuung würden zudem eine volks- und bewusstseinsbildende
Aufgabe übernehmen.
Eine spezielle Form der "Vergabe" ist die Auswilderung. Bei einer Reihe von Wildtieren
bietet sich diese Möglichkeit an, erfordert aber natürlich
besondere Kenntnisse und örtliche Gegenheiten.
Es gibt aber auch Tiere, die Unvermittelbar sind: Das können schwierige, unberechenbare
Hunde genauso sein, wie Nutztiere oder zahme Wildtiere,
die nicht mehr ausgewildert werden können (z.B. ein Reh
dem
ein
Fuß
fehlt) oder Tiere mit enorm hohen Ansprüchen,
wie Menschenaffen oder Raubkatzen. In all diesen Fällen
sollte das Tierheim, in Form eines Gnadenhofs, den
Tieren eine dauerhafte Unterkunft bieten, in der die
Tiere die Möglichkeit haben, möglichst viele ihrer Bedürfnisse
(soziale Kontakte, Beschäftigung, etc.) ausleben und
befriedigen zu können.
Welche Tiere sind in Tierheimen vertreten
Die nähere Betrachtung der von Dr. Schlager erhobenen Bestandszahlen in Tierheimen
nach Tierartgruppen zeigt, dass das herkömmliche Bild
von Tierheimen nicht ganz zutreffend ist.
Katzen
Tatsache ist,
dass Hauskatzen sowohl von der Anzahl der Tiere als auch
von den in Tierheimen entstehenden Kosten, den größten
Anteil haben. Überraschend ist aber die große Anzahl
an "Exoten" in Tierheimen. Diese nehmen sowohl von der Anzahl der Tiere, als auch von den
entstehenden Kosten die zweite Stelle ein.
"Exoten"
Dr. Schlager schreibt dazu:
"Die Zahl der Exoten, die abgegeben oder ausgesetzt werden ist sehr
hoch und wächst tendenziell. Falsch ist die Meinung, dass es sich hier um einfach
zu haltende Tiere handelt, dagegen ist richtig, dass es vorwiegend ruhige Tiere
sind, die weder Erziehung noch besondere menschliche Zuwendung benötigen."
Die von der Wirtschaftskammer
Wien in der Pressemeldung von 2004 angegebenen Zahlen
von in österreichischen Haushalten gehaltenen Tieren,
zeigen diese Tendenz nicht. Vielmehr machen Exoten hier
den geringsten Anteil aller Tiergruppen aus. Diese Diskrepanz
legt einerseits den Schluss nahe, dass die Haltung exotischer
Tiere, vor allem von Reptilien und Amphibien in den letzten
Jahren (unter anderem auch wegen dem Verbot des Verkaufs
von Hunde und Katzen in Zoofachgeschäften) enorm boomt.
Das zeigt sich vor allem auch an der stetig wachsenden
Zahl von Reptilienbörsen, die in Österreich sehr viele
BesucherInnen anziehen.
Auf der einen Seite ist aber
die Haltung von Exoten, wie Dr. Schlager selbst erwähnt,
sehr kompliziert und aufwändig. Auf der anderen Seite
ist die Information der KonsumentInnen vor dem Kauf oft
vollkommen ungenügend. Wir konnten öfter beobachten,
wie Reptilienbörsern-BesucherInnen offenbar vollkommen
unbedarft exotische Tiere in kleinen Transportbehältern
kaufen, ohne zu diesem Zeitpunkt über die Haltungsanforderungen
dieser Tiere auch nur irgendwie informiert zu sein und
auch ohne zu diesem Zeitpunkt überhaupt über ein Terrarium
oder eine geeignete Unterkunft für das Tier zu verfügen.
Es ist daher naheliegend,
dass es häufig zu Abgaben kommt (wenn die Tiere nicht
schon vorher wegen falscher Pflege sterben) und dass
diese Tiere praktisch nicht vermittelbar sind.
Auf der anderen Seite muss
bedacht werden, dass es aufgrund der doch bei exotischen
Tieren viel strengeren Einfuhrbestimmungen regelmäßig
zu Beschlagnahmen großer Tierzahlen kommt. Auch diese
Tiere sind im Wesentlichen nicht vermittelbar.
Der Bestand exotischer Tiere,
die ja teilweise ein beträchtliches Alter erreichen können,
ist daher verständlicher Weise hoch.
Wildtiere
Die zweite Überraschung beim Blick auf die von Dr. Schlager erhobenen Zahlen,
ist die große Anzahl an Wildtieren, die in Tierheimen
Unterschlupf finden. Diese verstecken sich in
der von Dr. Schlager als "Andere Tiere" bezeichneten
Gruppe. In großer Zahl handelt es sich dabei um Wildvögel,
wie Tauben, Krähen, Greifvögel, Störche und Schwäne.
Hunde
Auch Hunde bilden eine große Gruppe der in Tierheimen vertretenen Tiere. Immerhin
fast 11% der von Dr. Schlager erfassten Tiere, waren
Hunde.
Die Erhaltungskosten für Hunde sind vergleichsweise groß, ebenso ist die notwendige
Betreuung vergleichsweise aufwändig. Diese Faktorn führen
dazu, dass Hunde einen bedeutenden Kostenfaktor für Tierheime
darstellen.
Nutzvögel, Ziervögel und Nager
Nutzvögel, Ziervögel und Nager machen etwa 19% der in Tierheimen vertretenen
Tiere aus. Die Erhaltungskosten pro Tier sind vergleichsweise
gering. Im Vergleich machen die drei Tierartgruppen gemeinsam
nur 6% der Gesamterhaltungskosten aus.
Große Nutztiere
Die großen Nutztiere sind nur in sehr geringer Anzahl in Tierheimen (v.a. Gnadenhöfen)
vertreten. Die größten Kosten entstehen hier in der Pferdehaltung.
Tierheime
als Auffangstationen
Abgabetiere
Tiere kommen auf unterschiedlichen
Wegen in Tierheime. Der Häufigste ist, dass die bisherigen
Besitzer ihre
Heimtiere selbst
im Tierheim
abgeben. Die meisten Tierheime verlangen dabei zwar Abgabebeiträge,
diese sind aber bei weitem zu niedrig um die Erhaltungskosten
für das Tier zu decken. Die Durchschnittliche Aufenthaltsdauer
eines Hundes im Tierheim beträgt beispielsweise 6 Monate.
Realistischer Weise kostet ein Hund dem Tierheim rund
10 Euro pro Tag (siehe z.B. Verwaltungsgericht Neustadt,
Urteil vom 9. Februar 2007, 5 K 1373/06.NW; ebenso zahlt
die Stadt Wien pro Hund und Tag € 11,10 und pro Katze
€ 7,90). Damit wäre ein Abgabebetrag
für einen Hund von € 1.800 jedenfalls angemessen.
Die tatsächlichen Abgabebeträge liegen aber weit darunter.
Würden die Tierheime die Abgabebeträge empfindlich erhöhen, wäre leider zu befürchten,
dass die bereits jetzt strapazierten (illegalen) Wege
zur Beseitigung unerwünschter Tiere in noch größerem
Ausmaß genützt werden würden. Lästige Kleintiere beispielsweise
werden häufig jetzt schon einfach "vergessen" und
landen dann Tod in der Mülltonne.
Natürlich werden die Tiere auch ausgesetzt oder es lassen
sich JägerInnen oder TierärztInnen finden, die
im
Falle
eines
Falles lästige
Hunde und Katzen
einschläfern bzw. erschießen.
behördliche Beschlagnahme
Nicht zu unterschätzen ist die Bedeutung von Tierheimen als Auffangstationen
für beschlagnahmte Tiere. Immerhin ist zu bedenken, dass
von der Möglichkeit einer Beschlagnahme durch einen Amtstierarzt
sinnvoller Weise nur Gebrauch gemacht werden
kann, wenn es überhaupt Unterbringungsgelegenheiten für
die beschlagnahmten Tiere gibt.
Zu Beschlagnahmen kann es aus unterschiedlichen Gründen kommen. Etwa bei schlechter
Tierhaltung und Tierhalteverbot. Aber auch bei
illegalem Import kann es zu Beschlagnahmen kommen. In
diesem Fall ist dann oft kurzfristig die Unterbringung
großer Zahlen exotischer Tiere nötig. Oft ist es dann
auch nicht möglich diese Tiere wieder auszuwildern oder
zu vergeben.
Hilfe für in Not geratene Wildtiere
Jedes Jahr geraten unzählige Wildtiere durch den Menschen in Not. Das reicht
von Unfällen mit Autos bis zu jungen Rehen die
von Mähdreschern verletzt werden oder Jungvögeln deren
Nester zerstört wurden und verletzten Tauben. Viele dieser
Tiere werden von Personen in Tierheime gebracht, die
dann für ihre
Unterbringung,
Aufzucht und eventuell Auswilderung sorgen.
Fundtiere (ausgesetzte Tiere)
Eine Reihe von Tieren wird auch absichtlich ausgesetzt. Vielfach werden die Tiere auch direkt
vor dem Tierheim im Käfig abgestellt oder mit einer Leine
angebunden oder sie werden eingefangen und von Privatleuten
oder der Polizei ins Tierheim gebracht.
Gründe für die Überlastung von Tierheimen
Vermehrung
Angesichts der Tatsache, dass es sich bei Tieren um keine Sachen oder eben Wegwerfartikel
handelt, erscheint es mehr als unverantwortlich, dass
weiterhin Tiere vermehrt werden, obwohl
klar ist, dass nicht mehr für alle Tiere Plätze vorhanden
sind. Die Vermehrung geht auf unterschiedliche Weise
vonstatten.
Gewerbliche ZüchterInnen
Gewerbliche ZüchterInnen vermehren Tiere, um sie anschießend zu verkaufen und
damit Geld zu verdienen. Meist wird dabei versucht bestimmte
Zucht- und Rassekriterien zu erfüllen, was den Verkaufspreis
der Tiere erheblich erhöhen kann. Gewerbliche ZüchterInnen
benötigen keine Bewilligung nach dem Tierschutzgesetz,
müssen ihre Tätigkeit aber der Behörde melden.
In der derzeitigen Situation der übervölkerten Tierheime ist jegliche weitere
Vermehrung kritisch zu betrachten. Absolut abzulehnen
sind Massenvermehrer, die in großen Mengen und unter
fragwürdigen Bedingungen vermehren.
Grundsätzlich gilt auch bei der gewerblichen Vermehrung, dass jedes zusätzliche
Tier einem Tierheim-Tier einen Platz wegnimmt, bzw. später
selbst
potenziell im
Tierheim endet. In der jetzigen Situation sind einfach
weit mehr Tiere als Plätze vorhanden und auch sogenannte
Rassetiere kommen in großer Zahl in Tierheime.
Private ZüchterInnen
Noch immer ist unter manchen Privatleuten, die Meinung und der Wunsch verbreitet,
dass das eigene Tier wenigstens einmal Nachwuchs bekommen
solle. In der derzeitigen Situation der "Übervölkerung"
ist ein derartiges Vorgehen allerdings unverantwortlich.
Schließlich machen die auf diese Weise privat vermehrten
und vergebenen Tiere letztendlich jenen Tierheim-BewohnerInnen
die Plätze streitig, die diese so dringend benötigen
würden.
Beispiel Katze:
Katzen sind die am häufigsten vertretene Tierart in Tierheimen.
Die Tierheime sind übervölkert und jede weitere Katze
nimmt einer Tierheim-Katze den Platz. Für Katzen die
keinen Platz
im Tierheim finden (etwa weil dieses gerade Aufnahmestopp
hat), ist das schlimmste zu befürchten. Jedenfalls
"verschwinden" diese Tiere unbekannte Weise. Zu bedenken
ist außerdem: Selbst wenn jede weibliche Katze nur
einmal in
ihrem Leben Nachwuchs
bekommen
würde,
wäre
damit
ein
Bevölkerungswachstum verbunden. Schließlich bringen Katzen pro Schwangerschaft
3-7 Kinder zur Welt. Also selbst wenn es nur 3 Kätzchen
sind, würde das bedeuten, dass sich zwei Tiere (die
Eltern) auf drei Tiere (die Kinder) vermehrt hätten.
Das entspricht einem
Bevölkerungswachstum um das 1,5-fache.
Die hohe Anzahl an Rassenmischlingen bei Katzen und Hunden
weist darauf hin, dass privat offenbar noch stärker vermehrt
wird, als durch professionelle ZüchterInnen. Die private
Vermehrung trägt also ganz wesentlich zur prekären Situation
der Tierheime bei.
"Unfälle"
Immer wieder kommt es - vor allem bei Kleintieren - vor,
dass das Geschlecht nicht richtig erkannt wird und in
Folge weibliche und männliche Tiere unbeabsichtigt zusammen
gehalten werden. In solchen Fällen kommt es zu Nachwuchs,
ohne dass die
BesitzerInnen
das eigentlich wollten. Leider wird auch regelmäßig
von TierärztInnen berichtet, dass diese das Geschlecht
von Jungtieren falsch diagnostizierten, und damit ungewollten
Nachwuchs verursachten.
Streuner
Ein Hundestreunerproblem gibt es in Österreich nicht. Streunende Hunde werden
in Österreich relativ rasch eingefangen oder von JägerInnen
erschossen oder vergiftet. Streunende Katzen gibt es
auch in Österreich, wobei der Übergang zwischen verwilderten
Katzen
und FreigängerInnen
fließend ist.
Eine flächendeckende Kastration dieser Katzen zur Bestandskontrolle wäre wünschenswert.
Tatsächlich schreibt Anlage 2 zur 2. Tierhaltungsverordnung
2. (10) vor: "Werden Katzen mit regelmäßigem Zugang ins
Freie gehalten,
so
sind sie von einem Tierarzt kastrieren zu lassen, sofern
diese Tiere
nicht zur kontrollierten Zucht verwendet werden oder
in bäuerlicher
Haltung leben."
Leider ist hier eine Ausnahme
für Katzen die in bäuerlicher Haltung leben vorgesehen.
Es ist ein offenes Geheimnis, dass in ländlichen Gebieten
das (illegale)
Erschlagen oder Ertränken von Hunde- und Katzenwelpen
zur Bestandskontrolle
(anstelle der Kastration) noch vollkommen üblich ist.
Fehlendes Verantwortungsbewusstsein
Den meisten Menschen ist vollkommen klar, dass sie, wenn sie Kinder bekommen, damit
eine große Verantwortung übernommen haben,
die ihnen zumindest in den nächsten 20 Jahren einen permanenten
finanziellen und zeitlichen Einsatz abverlangen wird.
Diese Verantwortung, die eigentlich bei der Entscheidung
sich ein Heimtier zu nehmen ebenso gegeben wäre, ist
den meisten Menschen aber überhaupt nicht bewusst.
Vielmehr ist es so, dass sich die meisten Menschen einfach Tiere nehmen, ohne
überhaupt darüber nachzudenken, ob sie tatsächlich für
die gesamte Lebenszeit des Tieres dessen Versorgung übernehmen
können. Besonders deutlich wird das etwa bei Schildkröten,
die bei guter Pflege älter werden (würden), als die Käufer
selbst. Aber auch bei Hunden und Katzen ist es für viele
Leute offenbar ganz normal, dass sie - sobald Probleme
auftreten, sich ihre Lebenssituation ändert, sie umziehen
oder einen anderen Beruf ergreifen - diese einfach weggeben.
Diese Leute sind ja dann nicht einmal bereit die Lebenserhaltungskosten für ihre
Tiere zu übernehmen. Nein, dieses Abgebeservice muss
auch noch gratis angeboten werden.
Tragisch ist, dass ein erhöhter gesetzlicher Druck au verantwortungslose TierhalterInnen,
nur dazu führen würde, dass diese andere und billigere
Wege suchen würden, um sich ihrer Tiere zu entledigen.
Es ist also absehbar, dass das auf Kosten der Tiere ginge.
Finanzielle Not
Die Gesellschaft gibt den Tierheimen, obgleich sie eine wichtige gesellschaftliche
Aufgaben erfüllen, einen sehr niedrigen Stellenwert.
Das zeigt sich einerseits in der marginalen finanziellen
Unterstützung durch die öffentliche Hand, aber auch durch
die häufigen Probleme mit Nachbarn und Behörden. Immerhin
14,2% der Tierheime geben diese als ihre dringlichsten
Probleme an.
Selbst für die Versorgung von behördlich beschlagnahmten Tieren oder von Fundtieren,
die von den Behörden in den Tierheimen abgegeben werden,
kommt die Öffentlichkeit gar nicht oder nur zu einem
ganz geringen Teil auf.
Zitat Schlager:
"Immer noch wird der Betrieb einer derartigen Insitution als individuelle Freizeitbeschäftigung eingestuft und ihre Notwendigkeit übersehen."
Tierheime sind mit ihrer Verantwortungsvollen und schwierigen Aufgabe mehr oder
weniger vollkommen auf private Unterstützung angewiesen.
Spenden als Geldquelle
stellen aber eine sehr unsichere Einnahmeressource dar,
die den Aufbau von nachhaltigen Strukturen und eine langfristige
Planung sehr erschwert.
Angesichts der zusätzlichen arbeitsmäßigen Überlastung zusammen mit den knappen Geldmitteln
sind die meisten Tierheime ohnehin schon froh, wenn sie
überhaupt den laufenden Betrieb in seinen wesentlichen
Grundzügen irgendwie aufrecht erhalten können.
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